Supermarket Flowers

Aktualisiert: 29. Juli 2020

Ich grüße Euch auf ein neues liebe Teefreunde,


diese Woche geht es um ein sehr spannendes Thema, zumindest meiner Meinung nach.

Der schlaue Spruch ist eine Aneinderreihung von verschiedensten Punkten:

Habt Ihr schon mal an Gewohnheiten gedacht?

Was sind positive, negative Gewohnheiten.

Zu aller erst gibt es einen gewissen Reiz, also einen Trigger, der die Routine folgen lässt, bevor es dann zur Belohnung kommt.

Wenn Ihr dieses Konzept verstanden habt, könnt Ihr einige Konversationen umgehen, oder zumindest beschleunigen.

Bei Gewohnheiten geht es oft darum, sich zu fragen, was diese auslöst, bzw. was die Belohnung am Ende ist…


Komme ich zur heutigen Thematik, denn für viele von Euch ist ein Gang in den Supermarkt, verbunden mit dem Griff ins Teeregal, zum „extravaganten“ grünen Sencha eine echte Gewohnheit geworden.

Die Belohnung ist am Ende natürlich die monetäre Ersparnis und auch das Gefühl: „Ich tue meinem Körper etwas Gutes und trinke Tee.“

Dieser Behauptung möchte ich nicht unbedingt auf den Grund gehen, aber dennoch ist es, finde ich, wichtig, solch einen Tee aus dem Supermarktregal unter die Lupe zu nehmen.

Es mag eingebildet klingen, aber ich habe schon sehr sehr lange keinen solcher Tees probiert, geschweige denn gekauft.


Um was geht es bei dieser Analyse?

Ich möchte schauen, ob dieser Tee Chancen hat, mit höherklassigen Tees mitzuhalten, ob er geschmacklig als Grüntee durchgeht und ob man ihn eventuell auch für andere Getränke verwenden kann..

Laut Verpackung kommt dieser grüne Tee der Eigenmarke EDEKA aus der Region Hunanund soll eine milde Sencha-Note habe.

Ja, nun gut, wenn ich einen Sencha kaufe, möchte ich auch Sencha Geschmack haben, oder? 😊

Aber zumindest ist klar, dass dies ein chinesischer Grüntee ist, das heißt, dass dieser in Wokpfannen geröstet wurde, um die Fermentierung zu verhindern und somit eine nussige Note, Röstaromen zu finden sind…

Dieser Tee aus dem Hunangebiet zeugt meist von einer sehr ausgeglichenen Aromatik mit sanften Nuancen.

In den meisten Fällen verhindern Nebel und Wolken einen direkten Sonnenschein, somit erhalten die Wurzeln der Teepflanzen mehr Nährstoffe.

Die meisten Teesträucher in Hunan wachsen direkt aus den Samen in den Wäldern.


Ich glaube, dass eine solche Eigenschaft auch bei minderwertigen Tees dafür sorgen kann, dass sie immer noch nach Grüntee schmecken und vereinzelt Lichtblicke in der Aromatik aufweisen.

Das ist bei Schwarztees etwas komplizierter, denn diese werden aufgrund der minimalen Zermahlung, bis hin zum Dust, der untersten Stufe, geschmacksmäßig komplett zerstört.

Für einige von Euch ist vielleicht so eine kleine Wiederholung der Blattgrade nicht schlecht, denn als höchste Stufe haben wird das Blatt, darunter Broken, Fannings und Dust.

Die wenigsten Teefirmen bieten Dust noch an, natürlich ist der Preis hierbei elementar, bei einem Preis von 0,99 Euro bei 20 Teebeuteln, kann ich nicht so viel erwarten.

Ich möchte die Firma keinerlei schlecht machen, darum geht es mir in meinen Artikeln nie, ich bewerte dies völlig neutral und möchte einen interessanten Beitrag zum Thema Tees in Supermärkten geben.

Nach dem Aufbrühen dieses Senchas stelle ich bereits fest, dass eine sehr ergiebige Note hervorsticht.

Je kleiner der Tee, desto ergiebiger ist das Gut selbst.

Ist dementsprechend auch eine Preisfrage, denn ich benötige weniger Blatt oder Teegut für einen Beutel.


Ich stelle bereits zu Beginn fest, dass ich den Tee nur 2 min ziehen lassen muss, bei 80 Grad Celsius und die Tassenfarbe wandelt sich bereits ins fast gelbliche.

Irre….Wer sich hier nicht auskennt, kennt die meisten grünen Tee nur so und überbrüht ihn in 99 % der Fälle…

Eine kleine Anekdote meinerseits, denn vielen Gästen ist grüner Tee nicht ganz geheuer, ich glaube, dass das ein Grund sein kann, denn die mehrfach überbrühten Tees machen nicht gerade den besten Eindruck.

Weiter geht es mit dem Geschmack.

Zu Beginn verspüre ich eine leicht nussige Note, die aber sehr schnell wieder abklingt und ins stark grasige abdriftet.

Leider sind hier keinerlei Aromen wiederzufinden, die eine schöne Röstaromatik oder gar blumige Nuance wiederspiegeln.

Der Geschmack dient hier einzig und allein dazu, eine grasige Note wiederzugeben und dem Kunden/Käufer vorzuleben, dass ein grüner Tee nur eine Geschmacksrichtung hat.


Diese Einschätzung ist gar nicht bewertend gemeint, denn es wäre noch schlimmer, wenn ich hierbei eine pelzige Note schmecken würde, das ist aber nicht der Fall.

Die Bitternote ist sehr präsent, das kommt natürlich daher, dass die Gerbstoffe exorbitant schnell freigesetzt werden.

Meiner Meinung nach ist dieser Tee für zwei Dinge hervorragend geeignet:

Für einen guten Coldbrew Tee, das heißt Ihr streuselt diesen Inhalt des Teebutels über Eiswürfel oder übergießt ihn einfach mit kaltem Wasser, denn hierbei haben wir die richtige Menge und Intensität für einen akzeptablen Coldbrew.

Dass die Aromatik in der Vielfalt nicht so gegeben ist, ist klar, aber ein Versuch ist es wert.

Des Weiteren eignet sich dieser Tee ebenfalls für einen Eistee, denn hierbei rechnet man immer mit der doppelten Menge an Tee, das ist aber bei der hohen Intensität hinfällig..

Auf keinen Fall solltet Ihr den Tee mit in die To-Go Kanne nehmen und einfach mal drin lassen, denn dann könnt Ihr ihn aufgrund der extremen Bitterstoffe vergessen…


Alles in allem ist die Bewertung so wie erwartet, ein Zauberspiel der Aromatik ist hier keinesfalls zu erwarten, aber man kann es sich etwas angenehmer machen und gerade für den Sommer etwas modifizieren, dann ist er nicht unangenehm…

Aber für 0,99Euro ist die Investition in 20 Eistees eine coole Sache, im wahrsten Sinne des Wortes 😊

Falls Ihr noch Ideen oder Wünsche habt, über was Ihr einen Bericht lesen möchtet, ob es ein Restaurant, ein Teeladen, oder ein Anbaugebiet ist, bitte lasst es mich wissen, denn nur so kann ich die Blogbeiträge mehr in die Richtung eurer Wünsche bringen

https://www.instagram.com/leroy.henze_official/

oder schickt mir eine Mail an info@leroyhenze.com und freut Euch weiterhin auf Projekte.

Bis nächsten Freitag

Tea Master Leroy

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