Tregothnan Tea from England

Aktualisiert: 13. Sept 2019

In den letzten Berichten habt Ihr immer mal wieder neue Orte kennengelernt, ich habe Euch Europa näher gebracht, aber von einem Leser kam die Frage auf, ob und wieso Tee nicht in Europa angebaut werden kann.



Kann er nicht ? Doch kann er ! Als Tea Master ist man immer begeistert, wenn es Orte gibt, die klimatisch solch eine besondere Gabe und Bedingung anbieten, dass auch hier Tee angebaut werden kann. Wo liegt dieses hervorragende Gebiet ?

Ich nehme Euch in diesem Bericht mit auf eine Reise zum mehr oder weniger einzigen anerkannten Teeanbaugebiet Europas...

Das größte Landgut der Grafschaft Cornwall im Südwesten Großbritanniens, ist Europas erste und einzige Teeplantage.

Seit dem 14.Jahrhundert befindet sich das Anwesen im Besitz der Adelsfamilie Boscawen Ebenfalls als Sitz des Earls of Falmouth ist es bekannt. Mit einer Fläche von 40 ha ist der mehr oder weniger Botanische Garten von Tregothnan der größte in Cornwall.

Doch wie kommt es dazu, dass Tee in England angebaut werden kann ?



Durch den Golfstrom herrscht in Tregothnan ein so extrem mildes Klima, dass die Kamelien, die zur Familie der Teestrauchgewächse gehören, wie zum Beispiel camellia sinensis, oder camellia assamica,dort bereits seit fast 200 Jahren wachsen. Die Camellia Sinensis, eine der beiden Urpflanzen des Tees, kam bereits in den 1820er Jahren aus Darjeeling nach Tregothnan.

Die camellia sinensis ist ein eher blumiger,frischer Baum, der auf Buschgrösse zurückgeschnitten wird, die camellia assamica eine malzige, kräftige Pflanze.

Die sinensis ist zum Beispiel im Darjeeling Raum zu finden, die assamica im Assamgebiet. Dies ist aber nicht immer generalisiert zu sagen, denn natürlich gibt es Kreuzungen der beiden Pflanzen, die man Hybride nennt.

Diese werden dann mit einem blumigen, nussigen und kräftigen Aroma beschrieben.

Um noch einmal den Darjeeling Tee aufzugreifen, der zunächst im Tregothnan Gebiet angeboten wurde, gibt es von mir hier einige Eckdaten: Anbauhöhe: 800-2200m Sehr blumig frisch leicht gold-gelbbraune Tassenfarbe beim First Flush, der ersten Pflückung des Jahres von April-Mai.




Da die Anbauhöhe den Pflanzen relativ viel abverlangt, und die Pflanzen mit Frost zu kämpfen haben, muss der Boden des Baumes sehr dick sein,damit dieser nicht aufgrund der kalten Temperaturen kaputt geht. Im Assamgebiet oder im Ceylon Areal ist dies nicht der Fall.

Hervorragend, denn nun kennt ihr die Unterschiede der beiden Pflanzen, die alle den Tee in die Tasse Zaubern :)

Allein während des Zweiten Weltkriegs wurde Tee auf britischem Boden angebaut. Leider kam es nie zu einer Ernte. Nach dem Krieg wurde dann prinzipiell der Beuteltee aus Indien getrunken, auch bekannt unter dem Namen english breakfast tea

Viele von euch kennen den English BreakfastTea oder English Mix(Mischung aus Ceylon, Kenia und Assam) vom Frühstücksbüffet im Hotel. Ein eher kräftiger, aber trotzdem nussiger, frischer Schwarztee.


Traditionell werden diese Tees in Großbritannien mit Milch und Zucker getrunken. Rein technisch gesehen ist es sogar sinnvoller Milch zuerst in die Tasse zu geben, damit sich die Milchmoleküle/Proteine besser mit dem Tee verbinden.

Als Tea Master bin ich natürlich prinzipiell für den Konsum des puren Tees.

Viele von Euch schauen bereits relativ gespannt darauf, welches Thema in dem Blog Beitrag gebracht wird Nächste Woche ist der Tea Master Gold wieder einmal auf Reise, dieses Mal in einem Gebiet, das zwei verschiedene Teewelten aufzeigt, aber dazu dann nächsten Freitag mehr.

Falls Ihr noch Ideen oder Wünsche habt, über was Ihr einen Bericht lesen möchtet, ob es ein Restaurant, ein Teeladen, oder ein Anbaugebiet ist, bitte lasst es mich wissen, denn nur so kann ich die Blogbeiträge mehr in die Richtung eurer Wünsche bringen.


https://instagram.com/leroy_henze/?hl=de

oder schickt mir eine Mail an management@teamasterleroy.com

und freut Euch weiterhin auf tolle Projekte.

Bis nächsten Freitag

Euer Tea Master Leroy

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